Mainz am Tag

Mainz bietet abseits des Studienbetriebs  eine enorme Lebensqualität. Egal, ob man die Seele baumeln lassen  möchte, ein ruhiges Fleckchen zum Lernen sucht, Kultur tanken oder gut ausgehen möchte – vom Eisgrubweg 13 aus ist alles einen Katzensprung entfernt.

Seele baumeln lassen. Mainz hat erstaunlich viele Grünflächen. Der Grüngürtel umspannt die gesamte Altstadt von Hauptbahnhof aus bis zur Zitadelle und dem römischen Theater. Hier finden sich unzählige Ecken, an denen man einfach nur dem Sonnenlicht zuschauen kann, das durch die Blätter lugt. Vom Eisgrubweg 13 aus ist der Grüngürtel fünf Gehminuten entfernt.

Ruhige Fleckchen zum Lernen. Eigentlich können wir nur einen Ort wirklich empfehlen: Unsere Verbindungsetage in der Zuckmayer-Villa. Egal ob alleine im Clubsessel oder in der Gruppe im Kneipsaal, hier lernt es sich definitiv am besten. Für alle, die (noch) nicht Mitlieder Rhenaniae-Moguntiae sind, bleiben leider nur die beschaulichen, nur unwesentlich überlaufenen Bibliotheken und Caffeterien von Uni oder FH – tja, schade.

Kultur tanken. Das Studium Generale auf der Uni ist nett, wenn man sein Allgemeinwissen aufpolieren möchte. Um den eigenen Horizont weiter und nachhaltig zu erweitern, bieten sich ein paar Streifzüge durch Mainz an – schließlich haben 2000 Jahre hier einige Spuren hinterlassen. Wir zeigen, was man gesehen haben sollte. Ausgangspunkt ist natürlich die Zuckmayer-Villa am Eisgrubweg 13.

Die Kirchenrunde. Wer sich einen Tag Zeit nimmt, kann die wichtigsten Kirchen in Mainz bequem zu Fuß „abklappern“ und den Tag dann schön ausklingen lassen.

Mitten in der Mainzer Altstadt liegt St. Ignaz. Fünf Minuten vom Eisgrubweg 13 entfernt zeigt diese 1775 fertiggestellte Saalkirche, wie prächtig Mainz als „Zentralort des Reiches“ im 18. Jahrhundert von den Kurfürsten ausgebaut worden war. Übrigens: Die Decke der Kirche ist etwas verräuchert, aber original. Im Zweiten Weltkrieg blieb St. Ignaz von den alliierte Bomben verschont.

Durch die „Gute Stubb“ von Mainz, die Augustinergasse, kommt man zur Augustinerkirche. Der 1771 fertiggestellte Barockbau gehört heute zum Priesterseminar. Wer hier die Heilige Messe mitfeiert, kommt in den Genuß, die originale Stumm-Orgel von 1773 zu hören.

Vorbei am Kirschgarten und dem Leichhof kommt man zum Hohen Dom zu Mainz. Hier schauen weit über tausend Jahre Kirchen- und Baugeschichte auf einen herab. Der Dom ist innen romanisch kühl, aber erhaben. Wer ein wenig Latein kann, kann sich an den Inschriften der Grabmale der Mainzer Erzbischöfe versuchen. Auch wenn man mit seinem Latein am Ende ist, geben diese Grabmale dem kunsthistorisch Interessierten Aufschluß über Selbstverständnis und Repräsentation der Mainzer Kurfürsten. Übrigens: Das Hochamt im Hohen Dom zu Mainz muß man mitgefeiert haben.

Vorbei am Gebäude der Alten Universität mit seinen zwei Dachreitern kommt man zu St. Quintin. Die Kirche wurde im Zweiten Weltkrieg stark zerstört, steht aber seit 1995 (fast) wieder so wie einst da. Übrigens: Irgendwo im Bereich der Bushaltestelle „Höfchen“ stand einmal die Kirche, in der Johannes Gutenberg bestattet worden ist.

Vorletzte Station der Kirchenrunde ist St. Peter. Auch dieser 1757 fertiggestellten Barockkirche sieht man nicht mehr an, daß sie durch alliierte Bomben bis auf die Grundmauern vernichtet worden war. Von hier aus ist es ein Katzensprung zum Kurfürstlichen Schloß am Rheinufer, um dort zu verschnaufen.

Das Verschnaufen ist hilfreich, um auf dem Weg zur letzten Staion nicht aus der Puste zu kommen. Zurück in Richtung Eisgrubweg 13 kommt man den Berg hinauf auch zu St. Stephan. Die Kirche ist wegen ihrer blauen Chagallfenster berühmt. Ein wirklicher Geheimtip ist (oder war bis eben) der Kreuzgang der Kirche; so etwas hätte man mitten in der Stadt nicht erwartet. Hier kann man schnell ein paar Jahrhunderte hinter sich lassen und sich besinnen. Übrigens: Die Kirche stand schon, als der Hohe Dom noch eine Baustelle war. Ab und an kommt man auf den Turm und kann einen atemberaubenden Blick weit in das Umland genießen.

Und dann? Den Tag kann man im „Gebirg“ ausklingen assen. Das Traditionslokal liegt abseits der Touristenströme in Steinwurfweite vom Eisgrubweg 13 in der Großen Weißgasse, die wiederum direkt hinter der alten Stadtmauer lag. Der Garten ist heimelig, die Schnitzel sind gut und reichlich.

Übrigens: Wissen Sie, was ein „Flehlabbe“ ist? a) eine Gaststätte bei St. Quintin oder b) ein Filzstück, das man beim „Flehen“ während der Wandlung auf die Kniebank legt oder c) beides?

Die Museumsrunde. Diese Runde kann man ebenfalls an einem Tag bewältigen, doch das wäre eher ein par-force-Ritt. Hier sollte man sich für jedes Museum mehr Zeit lassen. Wir empfehlen:

Das römische Theater. Vom Eisgrubweg 13 spaziert man über die grünen Wälle der Zitadelle und dann zum römischen Theater. Das wurde vor rund zehn Jahren freigelegt. Leider ist ein Teil des Theaters dem Bahnhof Mainz Süd zum Opfer gefallen, doch die sichtbaren Reste zeigen, wie eines der größten Theater nördlich der Alpen ausgesehen haben muß. Übrigens: Wer genau hinschaut, sieht eine geologische Verwerfung, die Tiele des Theaters zum Einstürzen gebracht haben muß.

Auf der Zitadelle befindet sich am Kommandantenbau in drei Kasematten das Garnisonsmuseum. Es zeigt die Geschichte der Festung Mainz von den 1860er Jahren bis in die Gegenwart. Die ausgestellten Uniformen stammen alle von Soldaten, die in Mainz stationiert waren: Österreichern, Preußen, Franzosen, US-Amerikanern und Bundeswehr.

Ebenfalls direkt unterhalb der Zitadelle befindet sich in einer alten Lokomotivenwerkstatt das Schiffahrtsmuseum. 1980 fand man bei Gründungsarbeiten am Rheinufer im Schlick die „Römerschiffe“, 2000 Jahre alte Frachtkähne. Die wurden konserviert; im Schiffahrtsmuseum findet man sie, dazu Nachbauten, Schiffstypen aus dem gesamten Römischen Reich und eine Spielecke mit römischer Mühle, Hnefatafl und einer römischen Balestra.

Das Dom- und Diözesanmuseum liegt im Kreuzgang des Domes und beherbergt sakrale Kunstwerke von der Karongerzeit bis heute, dazu immer wieder anschauliche Ausstellungen.

Wer sich einen Tag Zeit nimmt, kommt im Landesmuseum auf der Großen Bleiche auf seine Kosten. Hier kann man sich von der Römerzeit über das Mittelalter bis zu Jugendstilvase über Kunst, Kunsthandwerk oder auch einmal Kunstgegenstände ausgiebig informieren. Der barocken Blüte unter den Kurfürsten von Mainz ist eine eigene sehenswerte Abteilung gewidmet. Übrigens: Das Gebäude war früher Kavalleriekaserne, deshalb steht obenauf der „goldene Gaul“. Scherzbolde haben den vor längerer Zeit einmal zum Zebra umlackiert.

Hilfe, die Eltern kommen! Wer von Auswärts zum Studieren nach Mainz kommt, wird früher oder später seinen Eltern zeigen dürfen, wo und wie er lebt. Diese Runde ist bequem an einem Tag zu bewältigen. Sie zeigt, wie schön Mainz ist und kombiniert angenehme Eindrücke mit kultuellen Sahnehäubchen.

Wer am Eisgrubweg 13 wohnt, nimmt natürlich die Zuckmayer-Villa als Ausgangspunkt. Von hier aus kann man Mainz von seiner schönsten Seite entdecken. Für Noch-nicht-Mitglieder: Von der Straßenbahnhaltestelle Gautor geht es stadteinwärts, dann am Gautor rechts. Kleiner Philologenscherz: Wie dekliniert man Gautor? 😉

Auf dem Weg vom Gautor zur Zuckmayer-Villa hat man unwillkürlich schon das erste Stück römischer Geschichte hinter sich gebracht: Auf der Kante zwischen Gehsteig und Häusern stand bis ins Mittelalter die alte römische Stadtmauer.

Vom Haus aus führt der Weg über die Zitadelle, das römische Theater und die Augustinergasse durch die Altstadt zum Hohen Dom. Unser Tip: Samstags ist auf dem Domplatz Wochenmarkt, eine gute Gelegenheit für ein kleines Mittagessen oder ein Glas Wein auf dem Liebfrauenplatz.

Nach Wahl kann man von dort zum Rheinufer, am Denkmal für den 1914 gesunkenen Kreuzer Mainz stromaufwärts in Richtung Malakoff-Passage (zum Kaffee oder Essen) oder aber an St. Quintin vorbei zum Landesmuseum gehen. Den Tag kann man dann in einer Weinstube in der Mainzer Altstadt ausklingen lassen – ja, es gibt Weinstuben, die nicht auf Touristen ausgelegt sind. Unser Tip: Frage einen Rhenananen.

 

Gut ausgehen. Mainz liegt inmitten des Weins. Rheingau und Rheinhessen waren nicht umsonst über Jahrhunderte unter dem Krummstab des Mainzer Kurfürsten vereint. Da streiten sich die Leute, welches der beiden Gebiete den besseren Wein erzeugt. Die Anwort kann nur einer liefern – Du! In den Mainzer Weinstuben findest Du Sylvaner und Müller-Thurgau aus Rheinhessen und Riesling aus dem Rheingau, dazu vermehrt auch gut ausgebaute Rotweine. Der Teil von „gut ausgehen“ wäre also gerettet.

Natürlich gibt es in Mainz das, was man überall sonst auch bekommt: Italienische, thailändische oder amerikanisches Essen. Wenn man schon in dieser schönen Stadt ist, sollte man sich aber auch ausführlich der hieisgen Spezialitäten annehmen. Die Mainzer Küche ist deftig und gut. Zusammen mit einem feinen Wein sorgt sie dafür, daß man fröhlich und satt nachhause kommt.

Es gibt ziemlich viele empfehlenswerte Gaststätten. Wir zeigen unseren Besuchern gerne, wohin zu gehen sich lohnt. Von der Altstadt ist man dann in wenigen Gehminuten wieder am Eisgrubweg 13. Zumeist geht es den Berg hinauf, den Verdauungsspaziergang hat man damit auch erledigt.